Prüfung des Risikos aus der Treasuryfunktion

Treasury sind die Bereiche, die mit dem Disponieren und Anlegen der vorhandenen oder zufließenden finanziellen Mittel befasst sind. Zugleich sind diese Bereiche mit der Sicherung finanzieller Risiken betraut, die heute weit über die Absicherung von Zinsänderungsrisiken oder Wechselkursrisiken hinausgehen können.


Abhängig von der finanziellen Risikostruktur eines Unternehmens kann die Treasury-Abteilung zum Beispiel auch Rohstoffrisiken absichern. Risiken aus dem Treasury sind vor allem Kostenrisiken, etwa über ungünstige Kostenstrukturen, eine unzweckmäßige Organisation oder Risiken aus einzelnen Produkten; hierbei tun sich vor allem die als vermeintliche Hedginginstrumente verkauften strukturierten Produkte negativ hervor:

  • Im Bereich der Organisation ist ein kritischer Blick auf Aufgaben und Verantwortlichkeiten, aber auch auf das Interne Kontrollsystem von Nöten.
  • Im Bereich der Prozesse sind Funktionstrennungen und Vermögensverfügungen von vitalem Interesse für den Schutz des Unternehmensvermögens.
  • Im Bereich der materiellen Risiken ist das Management von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, von Krediten und auch von Cash und Zahlungsmittelverkehr von Belang.

Erwirtschaftung zusätzlicher Erträge durch professionelle Treasuryfunktion

Treasury-Funktionen bergen Chancen und Risiken. Im Idealfall kann ein Unternehmen mit einer professionellen Treasuryfunktion als Profitcenter einen zusätzlichen Ertrag erwirtschaften.

Wir stellen allerdings fest, dass in Unternehmen nicht selten die Kenntnis beispielsweise über das Netto-Exposure von Währungen fehlt und in der Folge auch keine geeigneten Instrumente zu ihrem Management eingesetzt werden können.

Ein ähnliches Thema stellt sich bei der Cashbewirtschaftung. Wenn ein Unternehmen nicht weiß, woher seine Liquidität ihm zufließt – etwa aus dem Portfolio oder aus eventuell freien Kreditlinien, so wird es sich mit einer zweckmäßigen Bewirtschaftung schwer tun.

Bessere Entscheidungen durch transparente Kostenstruktur des Geldbestandes

Das Wissen um die Kostenstruktur des Geldbestandes führt zu zweckmäßigen Entscheidungen; fehlt es, so sind sie umgekehrt nicht möglich. Dabei sind es manchmal tatsächlich so einfache Dinge wie die Vermeidung teurer Kredite und die Ausnutzung des Cashbestandes.

Im Rahmen von Treasuryprüfungen durch die Interne Revision werden regelmäßig folgende Prüffelder untersucht:

  • Untersuchung der Aufbau- und Ablauforganisation
  • Fremdwährungs- und Rohstoffmanagement
  • Effizienztest nach IAS 39
  • Liquiditätsmanagement (inklusive Cash-Management)

Die übergeordneten Ziele einer Prüfung sind die Beurteilung des Internen Kontrollsystems, der Aufbau- und Ablauforganisation im Hinblick auf Ordnungsmäßigkeit und Vermögenssicherung. Auch das Berichtswesen und seine Verlässlichkeit sind notwendige Prüfungsziele, die in eine Interne Revisionsprüfung einfließen sollen.

Je nachdem, wie professionell eine Treasuryfunktion in einem Unternehmen bereits arbeitet, sind unterschiedliche Prüfungs- und Beratungsansätze möglich. Auf Grund unserer Erfahrungen sind hier ohne weiteres Kostensynergien in fünf- bis sechsstelliger Höhe möglich.