Eine Krise ist eine die wirtschaftliche Existenz eines Unternehmens ernsthaft gefährdende Entwicklung.
Wenn diese existentielle Gefährdung in absehbarer Zeit zu erwarten ist und mit normalen Arbeits- und Führungsmethoden nicht mehr zu überwinden ist, gilt der Krisenfall als eingetreten.
Um bei einer Krise die Kontrolle über die Unternehmensentwicklung wiederzuerlangen, müssen die Ursachen der Krise beseitigt bzw. ihre schädlichen Folgen durch Sanierungsmaßnahmen weitestgehend verringert werden. Dies setzt voraus, dass die Krisenursachen korrekt bestimmt werden können.
In mehr oder weniger enger Anlehnung an die Praxis hat die betriebswirtschaftliche Forschung hierfür diverse Typologien und Analyseraster entworfen, mit deren Hilfe Unternehmenskrisen untersucht und nach ihren Ursachen klassifiziert werden können. Unterschieden wird dabei einmal zwischen endogenen Krisenfaktoren, die das Unternehmen selbst betreffen und exogenen Faktoren, die aus der Umwelt hervorgehen.
Prominente Analyseschemata wie die Vierfelder-Typologie von Hauschildt
beispielsweise differenzieren nach personellen, institutionellen, operativen und finanzwirtschaftlichen Krisenursachen und nehmen damit fast ausschließlich endogene – also unternehmensbezogene – Faktoren in den Fokus. In der betriebswirtschaftlichen Literatur dominiert seit geraumer Zeit die Ansicht, dass die Hauptursachen für Unternehmenskrisen zumeist auf der innerbetrieblichen Seite zu suchen sind und häufig durch Managementfehler verursacht werden.
Die Dominanz endogener, also betrieblicher Ursachenfaktoren resultiert aus der besonderen kausalen Rolle, die diese bei der Krisenentstehung einnehmen. Während der
Auslöser einer Krise in der Tat oft außerhalb des Unternehmens zu suchen ist (Konjunktur, Finanzmarkt, Nachfrageentwicklung), ist der
Grund für die Krise oft hausgemacht und wurzelt im Unternehmen selbst. Inner- und überbetriebliche Faktoren stehen dabei fortwährend in Wechselwirkung miteinander.
Der Krisenfall tritt ein, sobald das Unternehmen auf veränderte Umwelteinflüsse nicht mehr angemessen reagieren kann. Wenn es aufgrund von Steuerungsdefiziten nicht mehr gelingt, geeignete Anpassungsstrategien zu entwickeln, gerät das Unternehmen quasi aus seinem
homöostatischen Gleichgewicht und damit direkt in die Krise. Verantwortlich für solche Steuerungsdefizite sind nicht zuletzt bestimmte Managementdefekte.